Wasser ist ja so wichtig im Garten: Die Kinder von Dhulam Dastagir, Wiebke Wellbrock, Jana Giegel und Gregor Peter sorgen dafür, dass der Wolke 7 Garten immer grün und bunt bleibt.

Gärtnernachwuchs von Wolke 7

Kleingärtnerverein Bonn-Süd e. V.

 

Es ist ein herrliches Schreien und Lachen und Toben in der „Wolke 7“ – und damit eigentlich ein ziemlich ungewöhnlicher Geräuschpegel für einen Schrebergarten. Aber im Kleingartenverein Bonn Süd kennt man das fröhliche Kinderjohlen und freut sich, wenn wieder die Kleinsten Einzug gehalten haben. Wolke 7 ist eigentlich eine Kindertagesstätte in der Kessenicher Loeschckestraße. Da sich der private Trägerverein Psychomotorische Kindertagesstätte e.V. aber unter anderem auf die Fahne geschrieben hat, dass die Kinder in einem „vorbereiteten Umfeld klettern, matschen, bauen und träumen sollen“, kam es vor 4 Jahren zu einer für alle Beteiligten vorteilhaften Kooperation: Der Kleingartenverein Bonn Süd stellt der Wolke 7 einen eigenen Garten zur Verfügung, und die Elterninitiative bewirtschaftet die grüne Oase gemeinsam mit der Kindertagesstätte.

Seit über einem Jahr hat eine neue Gruppe aus vier Müttern und Vätern das Kommando übernommen, und seither tut sich sehr schnell sehr viel im Wolken-Garten. Wiebke Wellbrock, Jana Giegel, Dhulam Dastagir und Gregor Peter treffen sich regelmäßig, um mit ihren Kindern die Beete und Büsche und Blumen auf Vordermann zu bringen. Mal wird Rasen gemäht, mal in den Hochbeeten Gemüse ausgesät, mal Kirschen geerntet oder alles ausgiebig gewässert. Es gibt ja immer was zu tun.

Natürlich kommen auch Kindergartengruppen so oft wie möglich in den Garten. „Corona hat allerdings in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erzählt Jana Giegel. Aber immerhin haben die Kinder noch vor der Pandemie Sonnenblumen ausgesät, die im Sommer in einem Hochbeet ein echter Hingucker wurden.

Was angepflanzt wird, entscheiden die Projekt-Eltern gemeinsam mit der Kindergartenleiterin in einem Brainstorming. Und natürlich entsteht vieles auch spontan. Und ja, die Kinder lieben nicht nur den Garten sondern auch den Blick auf die Ernte. Janna Maite findet die frischen Erdbeeren am leckersten, und Lenny mag besonders die Möhren und auch die Erdbeeren. Da der Garten nur wenige Fußminuten von der Kita entfernt liegt, kann die Ernte im Idealfall sogar gleich auf den Tisch kommen. Aus Kartoffeln wird dann schon mal Kartoffelbrei oder Pommes, aus Äpfeln und Kirschen lassen sich tolle Kuchen backen. Marmeladen, die die Eltern aus den Gartenfrüchten kochen, werden an Kindergartenfamilien verkauft, mit den Einnahmen decken die Projekteltern Ausgaben des Gartens. Demnächst soll beispielsweise ein neues Wolke-7-Schild entstehen.

Und während die Kinder noch nach Herzenslust mit dem Wasserschlauch einen Matschhaufen bewässern, erzählt Wiebke Wellbrock, dass die Projekteltern so viel Spaß an der Gartenarbeit gefunden haben, dass sie sich jetzt auch privat um eine eigene Parzelle bewerben.

Text und Foto: Jörg Wild